
Thomas Reis: Beşiktaş veya Fenerbahçe'yi çalıştırmak harika olurdu
🗓9 Nisan 2026 11:00futbol
Samsunspor'dan ayrılan teknik direktör Thomas Reis, Türkiye'deki futbol hayatı ve geleceği hakkında açıklamalarda bulundu. Beşiktaş gibi büyük bir kulübü çalıştırmanın kendisi için harika olacağını söyledi.
Thomas Reis'in Samsunspor'dan ayrılması Der entlassene Samsunspor-Trainer Thomas Reis (52) spricht über seine Pläne, den Fußball in der Türkei und die Nationalhymne bei Ligaspielen. SPORT BILD: Herr Reis, Mitte Februar wurden Sie überraschend als Samsunspor-Trainer gefeuert. Sofort danach sollen Klubs aus der Süper Lig angeklopft haben. Übernehmen Sie wieder eine türkische Mannschaft? Thomas Reis (52): Ich würde eine Rückkehr in die Türkei nie ausschließen. Mich reizen Vereine mit Tradition, fanatischen Fans, ausverkauften Stadien, wo immer was los ist. Einen der drei großen Istanbuler Klubs – Galatasaray, Fenerbahçe und Besiktas – zu trainieren wäre großartig. Grundsätzlich bin ich offen für alles, Priorität hat für mich aber aktuell ein Job in Deutschland. Bundesliga hedefi Ist nur die Bundesliga das Ziel – oder auch die zweite Liga? Ja klar, wenn die Rahmenbedingungen passen, ist auch die 2. Bundesliga attraktiv. Als ich 2019 als Trainer in Bochum anfing, war der VfL auch jahrelang in der zweiten Liga und stand auf dem vorletzten Platz – aber man hat gesehen, welche Möglichkeiten bestehen. Samsunspor'daki deneyimler Mit Samsunspor standen Sie im Februar auf Liga-Platz sieben, waren in der Conference League und im Pokal noch vertreten, als Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie die Saison entgegen der Vereinbarung doch nicht zu Ende bringen durften. Wie sehr hat sie das enttäuscht? Es kommt immer auf die Art und Weise an, wie etwas abläuft. In Samsunspor wurde mir kurz nach dem Rückflug vom Auswärtsspiel bei Antalyaspor (1:3-Niederlage; d. Red.) ohne vorherige Kommunikation übermittelt, dass man mich entlassen hat. Wir hatten bis dato seit Sommer 2024 zusammengearbeitet und eine, wie ich finde, meist schöne und erfolgreiche Zeit gehabt. So ein Ende empfinde ich als keinen würdevollen Umgang und es hat mich durchaus enttäuscht. Trenme süreci Trennungen sind nie schön, und vielleicht war es das Aus beim VfL vor vier Jahren, bei dem ich selbst so lange gespielt (199 Profieinsätze, d. Red.) und in vielen anderen Bereichen gearbeitet hatte. Zumal es meine erste Freistellung war. Wir steckten in einer schwierigen Situation, ich habe auch Fehler gemacht, und das lange Warten bis zur Entscheidung war einfach schlimm. Ich habe nie böse über meine Ex-Vereine gesprochen und mag es halt nur nicht, wenn falsche Tatsachen dargestellt werden wie zuletzt während meiner Zeit bei Samsunspor. Medya ile ilişkiler Was meinen Sie konkret? Ich hatte den Medien entnommen, dass behauptet wurde, ich wollte im Januar direkt gehen. Das stimmte so nicht. Sie haben das Angebot zur Verlängerung abgelehnt und gesagt, dass Sie den Verein im Sommer verlassen. Genau, weil ich der Meinung war, dass wir mit den bisherigen Mitteln nicht das Ziel ausgeben können, langfristig um die internationalen Plätze mitzuspielen. Die Vereinsführung war da anderer Meinung und hatte eine andere Auffassung der Ziele. Bei den Gesprächen ging es um die Zusammenarbeit in der nächsten Spielzeit. Ich hätte die laufende Saison gerne zu Ende gespielt. Gerade die Spiele in der Conference League, bei der wir uns auch für die Play-offs qualifiziert hatten, waren die Früchte unserer gemeinsamen, tollen Arbeit und diese Spiele hätte ich sehr gerne noch mit meiner Mannschaft bestritten. Türk futbolu ve antrenörlük In der Türkei werden Trainer oftmals trotz Erfolgs und schon nach kurzer Zeit im Amt entlassen. Sind Sie während Ihrer Samsun-Zeit öfter mit mulmigem Gefühl zum Training gefahren oder sorgenvoll ins Bett? Als ich mein Aus zum Saisonende verkündete, hatte ich das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Da kam schon der eine oder andere Gedanke, ob sich bis zum Sommer noch etwas tun wird. Ansonsten habe ich mir während meiner Zeit in Samsun keinen Kopf über eine Entlassung gemacht. Das kannst du auch gar nicht, sonst gehst du kaputt und kannst dich nicht mehr auf deine Arbeit konzentrieren. Und was mir in dieser Sache am meisten geholfen hat, war die Zuneigung der Menschen in der Türkei. Ich hatte mich sehr wohlgefühlt und großen Zuspruch erhalten. Türk halkının desteği Diese Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft waren unglaublich. Ob im Supermarkt, im Restaurant, auf der Straße: Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen, die Menschen wollten Fotos mit mir machen, boten mir etwas an. Ich erinnere mich noch genau, wie mir ein Mann unbedingt einen seiner gegrillten Maiskolben schenken wollte, die er verkaufte, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, diese Köstlichkeit zu bezahlen. Dieser Moment hat mich tief berührt, genau wie das Leuchten in den Augen der Kinder aus dem Heim, wenn ich Zeit mit ihnen verbrachte. Sosyal projeler Ich habe eine Patenschaft übernommen. In dem Heim, das rund 20 Kilometer außerhalb von Samsun liegt, leben etwa 70 Kinder, die ohne Eltern aufwachsen müssen. So oft es ging, bin ich dorthin gefahren – manchmal mit Süßigkeiten im Gepäck – und habe mit den Kindern gespielt, gekickt oder einfach nur gelacht. Einige besuchten auch unsere Heimspiele. Die Menschen in der Türkei haben mir so viel gegeben. Deshalb war es mir eine Herzensangelegenheit, mich voll einzubringen, mich zu integrieren und etwas zurückzugeben. Milli marş ve antrenörlük Indem Sie zum Beispiel Teile der türkischen Nationalhymne vor den Spielen mitgesungen haben? Ich hatte zwar angefangen, Türkisch zu lernen, für die Hymne haben meine Sprachkenntnisse leider noch nicht gereicht (lacht). Trotzdem habe ich bewusst darauf geachtet, während der Hymne auch kerzengerade zu stehen und den Moment zu ehren, statt die Arme vor der Brust zu verschränken oder mental abwesend zu sein. Im Laufe der Zeit habe ich der Hymne richtig entgegengefiebert. Alman milli marşı tartışması Warum? Weil es so geil war! Die Rivalität zwischen den Klubs kann noch so groß sein – sobald die Nationalhymne ertönt, singen alle Menschen im Stadion lauthals mit, sogar die jüngsten Einlaufkinder – alle sind für ihr Land vereint. Es war jedes Mal ein sehr emotionaler Moment. Das wird mir fehlen. Bundesliga'da milli marş Fänden Sie es gut, wenn auch in den Bundesliga-Stadien die deutsche Nationalhymne vor jedem Spiel ertönen würde? Das ist eine interessante Frage, über die man sicher lange diskutieren kann. Aktuell ist es in der Bundesliga Tradition, dass die Hymne nur zu ganz besonderen Anlässen, wie dem Eröffnungsspiel oder dem Pokalfinale, gespielt wird. Das verleiht diesen Momenten eine besondere Exklusivität. Ich finde, beide Ansätze – den täglichen Stolz hier und die gezielte Auswahl in Deutschland – haben ihre Berechtigung. Fan desteği Wie sehr hat Sie die Zuneigung der Fans nach Ihrem Rauswurf berührt? Sogar Anhänger Ihrer Gegner bedauerten das Aus. Ein Galatasaray-Fan schrieb auf X: „Das ist die schlechteste Entscheidung im türkischen Fußball der letzten 15 Jahre.“ Das habe ich auch gezeigt bekommen, und es macht mich stolz. Reis zeigt SPORT BILD Fotos auf seinem Handy von sich am Flughafen, umringt von Samsunspor-Anhängern. Nicht nur beim Abflug in der Türkei, sondern auch bei meiner Ankunft in Düsseldorf warteten die Fans und feierten mich. Da musste ich schon schlucken. Es zeigt, dass meine Arbeit in Samsun und darüber hinaus in der Türkei geschätzt wurde. Und auch meine Gesten des Respekts gegenüber dem Land, in dem ich arbeiten durfte, gut ankamen. Atatürk anması Zum Beispiel? Als am 10. November, anlässlich seines 87. Todestages, im ganzen Land Mustafa Kemal Atatürk (früherer Staatspräsident und Gründer der modernen Republik) gedacht wurde, habe ich auch ein schwarzes T-Shirt mit seinem Konterfei getragen. Türk futbolundan çıkarılan dersler Welche Lehren ziehen Sie aus Ihrer Zeit in der Türkei? Meine Zeit bei Samsunspor hat mich bestärkt, immer meine Meinung zu vertreten, für meine Interessen zu kämpfen und mir nicht in meine Trainerarbeit reinreden zu lassen. Wenn ein Präsidium beispielsweise Einfluss auf die Aufstellung nehmen möchte, sind das Grenzen, die ich als Trainer nicht bereit bin zu überschreiten. Außerdem werde ich in Zukunft auf mein gewünschtes Trainerteam bestehen. Mir ist es wichtig, Vertraute an meiner Seite zu haben, die mir auch mal sagen: „Thomas, da hast du Scheiße gebaut“. Als Markus Gellhaus im vergangenen Sommer zurück nach Deutschland ging, wurden meine Vorschläge für einen neuen Co-Trainer abgelehnt. Das würde ich mir nicht mehr gefallen lassen.
Kaynak: sportbild.bild.de









